Was ist ein kritisches Gewicht bei der ALS?
Die Gewichtsabnahme von 10 % des Ausgangsgewichtes ist als bedeutsam zu betrachten. Sie ist mit erhöhten Risiken für internistische Komplikationen und für die Durchführung von Operationen (z. B. die Anlage einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie, PEG) verbunden. Daher sollten Anstrengungen unternommen werden, um mit Umstellung der Ernährung und die Nutzung von hochkalorischer Zusatznahrung eine Stabilisierung des Gewichtes zu halten.
Die Prognose der ALS wird ebenfalls vom Gewichtsverlauf bestimmt. Die Abnahme des Gewichtes unter einen Body-Mass-Index (BMI) von 18,5 kg/m² (leichtes Untergewicht) ist mit einer ungünstigen Verlaufsprognose verbunden (im Vergleich zu ALS-Patienten mit Normal- oder Übergewicht). Diese Konstellation macht ein Umdenken erforderlich. Während in der inneren Medizin (insbesondere zur Abwendung von Herz- und Kreislauferkrankungen) ein möglichst geringes Körpergewicht erstrebenswert ist, so ist bei der ALS ein höheres Körpergewicht prognostisch vorteilhaft. Die positive Bedeutung eines höheren Gewichts ist wahrscheinlich darin begründet, dass die ALS mit einer Mangelernährung (durch Schluckstörung) oder einem erhöhten Energiebedarf (durch Atemfunktionsstörung oder gesteigerten Ruheenergieumsatz) verbunden sein kann.
