Was bedeutet respiratorische Insuffizienz?
Der Begriff der »respiratorischen Insuffizienz« lässt sich mit den Worten der »unzureichenden Atmung« übersetzen. Bei der ALS kann es entweder durch eine Schwäche der Atemmuskulatur (Hypoventilation) oder durch eine Einengung der Atemwege (Obstruktion) zu einer unzureichenden Atemfunktion kommen (respiratorische Insuffizienz).
Die Hauptfunktion der Atmung besteht darin, einen wirksamen Austausch der Atemgase (Gasaustausch) zu gewährleisten. Sämtliche Organe und Strukturen des menschlichen Körpers benötigen Sauerstoff, der mit der Einatmung (durch den Schlund, den Kehlkopf, die Luftröhre, das Bronchialsystems und das Lungengewebe) in das Blut und von dort zu sämtlichen Geweben gelangt. Durch den »Verbrauch« des Sauerstoffes im Gewebe entsteht Kohlendioxid, das auf umgekehrten Weg über den Vorgang der Ausatmung nach außen gelangt.
Bei der respiratorischen Insuffizienz kann die Sauerstoffaufnahme reduziert und die Abgabe von Kohlendioxid gestört sein – mit der wesentlichen Folge einer Anreichung von Kohlendioxid (»Hyperkapnie«). Die respiratorische Insuffizienz ist ein Hauptsymptom der ALS und der entscheidende lebensbegrenzende Faktor. Die Abwendung oder Verzögerung der respiratorischen Insuffizienz steht im Mittelpunkt der Beatmungsversorgung.
