Wie ist der Stand der ALS-Grundlagenforschung?
Im Mittelpunkt der aktuellen ALS-Grundlagenforschung steht die Frage, ob pathologische Eiweißablagerungen (Proteinaggregate) in den motorischen Nervenzellen die Ursache für ihre Degeneration oder die Folge eines bisher unbekannten Schädigungsprozesses darstellen. Die Klärung dieser Frage ist für die Ausrichtung zukünftiger ALS-Therapien von entscheidender Bedeutung.
Im Falle einer direkten Schädigung der motorischen Zelle durch Eiweißablagerungen ist die Entwicklung von Medikamenten von Interesse, mit denen die Zusammenballung von Proteinen reduziert oder bereits vorhandene Proteinaggregate wieder abgebaut werden können.
Zahlreiche Forschergruppen in Deutschland, Europa und in weiteren internationalen Laboren untersuchen mögliche Ursachen der Eiweißablagerungen und ihren Einfluss auf essenzielle Prozesse in motorischen Nervenzellen. In experimentellen Testsystemen wird überprüft, mit welchen Zellkomponenten diese Proteinaggregate in Verbindung treten und wie sie möglicherweise schädigende Effekte auf lebenswichtige Prozesse der Zellen ausüben. Zudem wird mithilfe von Bioinformatik analysiert, ob unter mehreren tausend Molekülen einzelne Substanzen in der Lage sind, die Entstehung der Eiweißablagerungen zu verhindern oder abzubauen.
Moleküle mit derartigen Eigenschaften sind geeignete Kandidaten für eine zukünftige Medikamentenentwicklung.
