Kann ich trotz ALS eine Schwangerschaft austragen und ein Kind bekommen?
Die Empfängnisfähigkeit der Frau und die Zeugungsfähigkeit des Mannes sind durch die ALS nicht eingeschränkt. Auch die Schwangerschaft kann trotz motorischer Defizite, die sich aus einer ALS ergeben, fortgeführt werden. Die Muskulatur des Uterus wird durch die ALS nicht betroffen. Zu berücksichtigen ist eine mögliche Spastik des Beckenbodens und der unteren Extremitäten (Adduktorenspastik), die eine Entbindung beeinflussen und möglicherweise eine Sectio (»Kaiserschnitt«) erfordern würde.
Weiterhin ist vor der Entbindung eine Einschränkung der Atemkapazität (Hypoventilation) zu beachten, die ebenfalls Auswirkungen für die Entbindungsplanung hätte. Nach der Geburt des Kindes ist auch das Stillen grundsätzlich möglich. Eine Übertragung eines ALS-Risikos durch die Muttermilch gilt als ausgeschlossen. Auch die Zusammensetzung der Muttermilch (im Sinne von Nahrhaftigkeit für das Kind) ist unverändert. Das körperliche Umsorgen des Kindes kann durch motorische Defizite der Hände und Arme (für eine betroffene Mutter oder einen erkrankten Vater) eingeschränkt sein.
In dieser Konstellation muss der körperliche Kontakt des Babys zum betroffenen Elternteil besonders unterstützt werden.
