Kann ich trotz ALS weiterhin Sport treiben?
Die Möglichkeit sportlicher Aktivität hängt maßgeblich von den ALS-bedingten motorischen Defiziten ab.
Grundsätzlich ist körperliche Aktivität positiv zu bewerten und (in Abhängigkeit und Berücksichtigung von den motorischen Einschränkungen) aufrechtzuerhalten. Ein negativer Einfluss von motorischer Anstrengung ist nicht bekannt. Ganz im Gegenteil: Die Weiterführung von physischer und motorischer Aktivität ist von großer Bedeutung, um Folgeerscheinungen von Immobilisierung (Inaktivitätsatrophie, Kontrakturen, Thrombosen und Lymphödeme) abzuwenden.
Die Aufrechterhaltung von sportlicher Aktivität orientiert sich an den körperlichen Möglichkeiten und der Respektierung der motorischen Grenzen, die von der ALS gesetzt werden. Bei einer Betroffenheit an den oberen Extremitäten (oder Bulbärregion) ist das Laufen (einschließlich »Jogging«) durchaus möglich. Allerdings sollte dabei berücksichtigt werden, dass auch durch Armparesen ein verändertes Laufmuster (mit einem Sturzrisiko) entstehen kann.
Auch die Beeinträchtigung der Rumpfmuskulatur kann zu einer reduzierten Atemkapazität führen, die (auch bei voller Kraft der unteren Extremitäten) zu beachten ist. Bei der Fortführung von sportlicher Aktivität ist daher die individuelle Leistungsgrenze zu überwachen und zu respektieren.
Bei einem weiteren Fortschreiten der motorischen Defizite ist die Anpassung der körperlichen Aktivität an den individuellen Leistungsrahmen anzuraten. Dabei sollte der behandelnde Physiotherapeut einbezogen werden, um ein individuelles Trainings- und Therapieprogramm zu definieren.
Gerade bei stärker werdenden motorischen Einschränkungen nehmen therapeutische Bewegungsgeräte eine wertvolle Rolle ein, um in sicherer Position (ohne Sturzgefährdung) ein defizitorientiertes »Gerätetraining« und damit ein individuelles Sportprogramm zu realisieren.
