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Kann eine Ergotherapie im Krankheitsverlauf beendet werden?

Jede Behandlung, auch die der Ergotherapie, setzt eine Zielstellung voraus, die vom Patienten und Arzt gemeinsam bestimmt werden. Die Feststellung von Behandlungszielen und die Einwilligung des Patienten in die Therapie ist ein Grundprinzip der Medizin.

Bei der ALS ist die Ergotherapie im gesamten Erkrankungsverlauf eine wichtige Therapieoption. Allerdings verändern sich die Zielstellung und der Inhalt der Ergotherapie mit Zunahme der motorischen Defizite.

Das körperliche »Training«, einschließlich der passiven Bewegung des Körpers liegt im fachlichen Schwerpunkt der Physiotherapie. Daher kommt es bei einem hochgradigen motorischen Defizit zumeist zu einer Schwerpunktverschiebung der Ergotherapie zugunsten der Physiotherapie. Allerdings bestehen auch in dieser Abwägung deutliche individuelle Unterschiede.

So kann ein hoher ergotherapeutischer Bedarf bei der Anpassung und Umstellung von komplexen Hilfsmitteln entstehen, die insbesondere bei einem schweren motorischen Defizit (einschließlich Locked-In-Syndrom) anspruchsvoll und aufwendig sein können und eine intensive ergotherapeutische Versorgung benötigen.

Aus Patientenperspektive ist die »Wirksamkeit« nicht in jedem Fall unmittelbar erkennbar. Die Schulung der Alltagskompetenz ist ein längerer Prozess, dessen »Trainingseffekt« nicht so offensichtlich ist wie bei der Physiotherapie. Daher ist bei der Ergotherapie bei einem Teil der Betroffenen eine Skepsis oder Zurückhaltung gegenüber dieser Behandlung vorhanden.

In dieser Situation sollten die Patienten erneut über die längerfristige Zielstellung des Erhalts von Alltagskompetenz informiert werden. Dennoch ist eine ablehnende Haltung gegenüber einer Ergotherapie im Sinne der therapeutischen Selbstbestimmung zu akzeptieren und unproblematisch möglich.

Die Reduktion der Ergotherapie ist insbesondere im fortgeschrittenen Erkrankungsverlauf, insbesondere in einer palliativen Erkrankungsphase vorhanden. Die Ergotherapie kann mit zeitlichen Aufwendungen (Behandlungszeit) und sozialen Belastungen (Terminorganisation; Transportlogistik) verbunden sein, die für den Betroffenen und das soziale Umfeld in einer Aufwand-Nutzen-Abwägung zum Abbruch der Ergotherapie führen kann.

Die offene Kommunikation zwischen Patient, Arzt und Therapeuten über die individuelle Zielstellung und Behandlungskonzeption der Ergotherapie trägt dazu bei, die Intensität und die Dauer der Ergotherapie sowie eine mögliche Beendigung dieser Behandlung an die konkreten Bedürfnisse des Patienten anzupassen.

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