Welche Anpassungen während der Mahlzeiten sind bei einer Schluckstörung zu beachten?
Für die Mahlzeit sollte ein optimales Umfeld geschaffen werden. Dabei sind die folgenden Anpassungen und Maßnahmen zu empfehlen:
Für die Mahlzeit sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, da die Schluckstörung zu einer Verlängerung der Mahlzeitendauer führen kann. Zur Verbesserung der Konzentration auf den Schluckakt an sich kann die Vermeidung von Ablenkungen (z. B. Fernseher, Radio und Gespräche) sinnvoll sein. Die geeignete Körperhaltung ist ein entscheidender Faktor für einen effizienten Schluckvorgang. So sollte die Mahlzeit in einer geraden und aufrechten Position am Tisch eingenommen werden. Bei einer Schwäche der Rumpfmuskulatur ist eine Rückenunterstützung oder Anlehnung des Rumpfes an eine Rückenlehne sinnvoll. Die Arme sollten leicht angewinkelt und die Schultern nach vorne gezogen sein. Ein Essen und Trinken im Liegen sollte vermieden werden. Der Kopf sollte leicht nach vorne gebeugt sein, damit die notwendigen Kehlkopfbewegungen während des Schluckaktes erleichtert erfolgen können. Bei Lähmungen der Hände sollten spezielle Trinkbecher, Strohhalme, Griffverdickungen individuell bereitgestellt und angepasst werden. Auf dem Teller sollten lediglich kleine Portionen aufgetragen werden. Die Speisemengen sollten angemessen sein. Bei Bedarf ist anstelle eines Esslöffels ein Teelöffel zu nutzen. Feste und weiche Kost sollte ausreichend lange gekaut und eingespeichelt werden.
Erst bei einem subjektiven Eindruck, dass die Nahrung im Mund ausreichend zerkleinert und gleitfähig ist, sollte der Schluckprozess eingeleitet werden (nicht »zu früh« schlucken). Nach dem Schlucken sollte mindestens einmal nachgeschluckt werden. Vor dem nächsten Schlucken sollte eine Stimmprobe gemacht werden (»a-a-h« oder o-o-h«). Während des Kauens und Schluckens sollte nicht gesprochen werden. Während des Schluckens sollte der Körper nicht zurückgelehnt werden.
