Wie häufig ist eine Schluckstörung?
Bei 30–40 % aller Menschen mit ALS beginnt die Erkrankung mit einem »Bulbärsyndrom«. Darunter ist die Betroffenheit der Zungen-, Schlund-, Gesichts- und Kehlkopfmuskulatur zu verstehen, die gemeinsam aus dem Bulbärhirn (der unteren Funktionseinheit des Hirnstamms) gesteuert werden. Typischerweise beginnt das Bulbärsyndrom mit einer Sprechstörung (Dysarthrie). Wenige Wochen bis Monate nach Beginn der Sprechstörung folgt eine langsam fortschreitende Schluckstörung (Dysphagie; »dys« = Störung; »phagein« = Essen).
Im Ausnahmefall kann auch eine Schluckstörung ganz am Beginn der Erkrankung stehen. Auch bei Patienten, deren Erkrankung mit Lähmungen an den Extremitäten beginnt, kann es im Krankheitsverlauf zu einem Bulbärsyndrom und einer Dysphagie kommen. Etwa 70 % aller Menschen mit ALS erfahren eine Schluckstörung im Krankheitsverlauf.
